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Letzte Änderung:
06.08.2020

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Geschichte von Edelstetten

Der Orts- und Klostername lautete früher „Ottlinstetten“, „Oetlinstetin“, „Öttelstetten“ oder auch „Ettlstetten“. Die erste urkundliche Erwähnung datiert auf die erste Hälfte des 12. Jahrhunderts. Es ist eine ansprechende Vermutung , dass die Familien der Schwabegger an der Entstehung einer weiblichen Religiöseneinrichtung beteiligt war. Die Zuordnung dieser im 12. Jahrhundert entstehenden Frauengemeinschaft zu einem bestimmten Orden (vorgeschlagen wurden Augustinerchorfrauen und Prämonstratenserinnen) konnte bislang nicht hinreichend geklärt werden. Die eher klösterliche Züge tragende Einrichtung wurde um die Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert ein adeliges Damenstift.

 

Im Verlauf der Säkularisation erhielt 1802 der Fürst Karl von Lignè das aufgelöste Damenstift Edelstetten. Im Jahre 1804 erwarb Fürst Nikolaus Esterhazy von Galantha das ehemalige adelige Damenstift Edelstetten mit der Stiftskirche St. Johannes Baptist und Johannes Evangelist und das Stiftsgebäude, welches seither als Schloss genutzt wird. Damit wurde Edelstetten zu einer Reichsgrafschaft.

 

Bereits 1806 fiel Edelstetten an das Königreich Bayern. Lediglich das Schloss mit seinen Besitzungen verblieb bis heute dem Fürsten Esterhazy. Das Jahr 1848 brachte dem Bauernvolk die längst ersehnte Freiheit. Die meisten Abgaben und Fronden wurden nachgelassen, so z.B. der Blutzehent, der kleine Zehent und der Heubruchzehent. Die bis dahin bestehende grundherrliche Gerichtsbarkeit (Patrimonialgericht) ging auf den bayerischen Staat über.

 

Der berühmteste Sohn

Simpert Kraemer gilt als die wohl bedeutendste Persönlichkeit, die je in Edelstetten lebte. Der Baumeister, Gipser, Architekt und Künstler ist am 2. Oktober 1679 in Weißensee bei Füssen geboren und starb am 14. Januar 1753 in Edelstetten. Zunächst absolvierte Kraemer eine Ausbildung im Maurerhandwerk und in der Stuckatur. 21-jährig wandte sich Simpert Kraemer zusammen mit seinem Bruder Leopold und seinem Vater Mang Kraemer zu Beginn des 18. Jahrhunderts ins Mittelschwäbische. Verwandtschaftliche Beziehungen könnten den Weg nach Edelstetten gebahnt haben. In Edelstetten sesshaft geworden, war er mit dem Bau der Kirche nach Plänen von Christoph Vogt beschäftigt. Es ist anzunehmen, dass der Künstler auch das Gärtnerhaus des Stiftes erstellt hat. Als eines seiner größten Objekte gilt sein Wirken beim Entwurf und bei der Bauleitung der Roggenburger Stiftskirche, dessen Fertigstellung er allerdings nicht mehr erlebte und durch seinen Sohn Johann Martin erfolgte. 1768 widmete der Roggenburger Stiftschronist dem Künstler folgende Worte. „vir venerabilis, priscae germanaeque virtutis homo” – ein verehrungswürdiger Mensch von alter deutscher Mannhaftigkeit.

 

In Edelstetten wurde Kraemer als „ehrbarer und bescheidener Meister“ bezeichnet, der auch Mitglied des Gerichts in Zeugenschaften war. Viele ehemalige Werke des besonderen Künstlers ragen noch heute - 250 Jahre nach einem Tode - über die bayerisch-schwäbische Landschaft. So war er in Krumbach beim Bau der Katholischen Stadtpfarrkirche St. Michael beteiligt und hat seine Handschrift beim Bau der Katholischen Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Unterbleichen hinterlassen, um nur einige aus der näheren Umgebung zu nennen.

Simpert Kraemer war verheiratet und hatte sieben Söhne und fünf Töchter. In Edelstetten ist eine Straße nach dem großen Künstler benannt. Das Gymnasium in Krumbach, dessen Namenspatron er ist, verweist ebenso auf die Schaffenskraft des Künstlers.

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